Druckserei vorbei: Erstmals Infos zur Verkaufsfläche (vom 17.01.2013)

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Halberstädter Volksstimme vom 17.01.2013
Druckserei vorbei: Erstmals Infos zur Verkaufsfläche
Von Jörg Endries

Mehrere tausend Quadratmeter Verkaufsfläche sollen am südlichen Stadtrand von Halberstadt neu entstehen. Erstmals geht ein Stadtrat mit konkreten Zahlen zu Verkaufsflächen und mit Infos zu geplanten Geschäften auf dem Harzhof an die Öffentlichkeit.

Halberstadt. Wirre Zahlen zu geplanten Verkaufsflächen auf dem Harzhof, der an der B 81 in Richtung Wernigerode entstehen soll, beschäftigen die Halberstädter. Die Rede ist von 15 000, 6000 und 3000 Quadratmetern, die das neue Einkaufscenter bieten soll.

Selbst aus der Stadtverwaltung kommen unterschiedliche Zahlen. Konkretes, unter anderem auch zu den Geschäften, war bisher noch nicht zu hören. Weder von der Verwaltung noch aus dem Stadtrat gab es dazu bislang Informationen. CDU-Stadtrat Marcus Gorges ist jetzt erstmals damit an die Öffentlichkeit gegangen.

Im Stadtrat habe es seit 2007 mehrere Beschlüsse zur Entwicklung des Harzhofes gegeben, die von einer Mehrheit getragen wurden, betont der Abgeordnete. „Es soll ein Nahversorgungszentrum mit insgesamt etwa 3300 Quadratmetern Verkaufsfläche geschaffen werden.“ Diese sollten wie folgt aufgeteilt werden: Lebensmittel-Vollsortiment 1500 Quadratmeter, Lebensmittel-Discount 800 Quadratmeter, Drogeriemarkt 400 Quadratmeter und ein Getränkemarkt mit 600 Quadratmetern Verkaufsfläche, weiß Gorges. „Von 6000 Quadratmetern und mehr wie sie in den Medien und von Halberstädter Händlern auf Unterschriftenlisten genannt wird, kann also keine Rede sein“, unterstreicht Markus Gorges.

Allerdings sei eine weitere spätere Ansiedelung von Einzelhandelsbetrieben auf dem Harzhof zulässig, die aber keine innenstadtrelevanten Sortimente beinhalten, wie Bau- und Gartenmärkte.

Angesichts des Volksstimme TED, an dem sich 1709 Bürger am Dienstag beteiligt haben und mit 1030 Stimmen mehrheitlich gegen ein weiteres Einkaufscenter auf der grünen Wiese gestimmt haben, sagt Gorges: „Eine Kehrtwende zu machen und frühere Beschlüsse des Stadtrates einfach zu negieren oder zurückzunehmen ist völlig unglaubwürdig gegenüber den Bürgern und zukünftigen Investoren in unserer Kreisstadt.“

Ein Fakt sei auch, dass sich die etwa 3700 Anwohner im Stadtteil eine Einkaufsmöglichkeit wünschen und dieses ebenfalls mit einer Unterschriftenaktion und mehreren Leserbriefen in den Medien, Bürgerversammlungen und Bürgerfragestunden kundgetan haben, erinnert der CDU-Politiker. Zusätzlich zu diesen Einwohnern habe die Stadt Halberstadt durch den neuen Ortsteil Langenstein inzwischen noch weitere Einwohner und damit potenzielle Einkäufer für das Nahversorgungszentrum „Harzhof“ bekommen. Ein kleiner nur 800 Quadratmeter großer Discounter sei allein aus finanziellen Gründen nicht machbar, um das gesamte Gebiet zu entwickeln und vor allen von den unstrittigen Altlasten zu befreien.

Gorges räumt ein, dass ein zusätzlicher Markt in Halberstadt auch zu Umsatzverlagerungen für die bereits ansässigen Händler führen kann. „Allerdings führen neue Mitbewerber auch zu Innovation und Verbesserung des vorhandenen Sortimentes.“

Gorges meint, bei der Entwicklung des Harzhofes darf nicht außer Acht gelassen werden, dass ein erheblicher baulicher Missstand im unmittelbaren Stadteingang beseitigt werden soll. Das gesamte Areal inklusive der großen Industriebrache der ehemaligen Umweltschutz Ost/West GmbH in der Florian-Geyer-Straße sei alles andere als ansehnlich.

„Unerwähnt bleiben darf auch nicht, dass die Grundstücke dringend von der städtischen Halberstädter Wohnungsgesellschaft HaWoGe verkauft werden müssen, um mit dem Geld weiter die gewünschte gesamte Stadtentwicklung vorantreiben zu können“, so Markus Gorges. Hierzu zählen nach seinen Worten in diesem Stadtgebiet die Vollendung des Spielemagazins am angrenzenden Ebereschenhof und der Abriss der verwaisten und teils verfallenen Wohnhäuser in der Harzstraße.

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